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Link: SAINT JACQUES ... PILGERN AUF FRANZÖSISCH

St. Jacques... Pilgern auf Französisch

Frankreich, 2005
Tragikomödie, 103 Minuten, FSK: 6

Originaltitel: Saint-Jacques... La Mecque
Kino-Start; 06.09.2007
Regie:Coline Serreau
Darsteller
Muriel Robin (Clara), Artus de Penguern (Pierre), Jean-Pierre Darroussin (Claude), Pascal Légitimus (Guy), Marie Bunel (Mathilde), Marie Kremer (Camille), Flore Vannier-Moreau (Elsa), Aymen Saïdi (Ramzi), Nicolas Cazalé (Saïd)

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Einen Jakobs-Weg gehen, also Pilgern ins spanischen Santiago de Compostela zum Grab des Jesu-Jüngers Jakobus - einst wie heute eine Symbolfigur christlicher Kreuzzügler gegen islamische Mauren auf der iberischen Halbinsel - das ist seit Jahrzehnten selbst in Kreisen, die man sonst kaum als christlich-konservativ bezeichnen kann, eine schwer erklärliche Modeerscheinung. In "St. Jacques... Pilgern auf Französisch" erzählt die französische Regisseurin Coline Serreau die amüsante Geschichte einer höchst inhomogenen Pilgergruppe.

Die Geschwister Clara (Muriel Robin), Claude (Jean-Pierre Darroussin) und Pierre (Artus de Penguern) haben ihre Mutter verloren, doch die Trauer hält sich in Grenzen, hat doch die Verstorbene den Dreien ein nicht unbeträchtliches Vermögen hinterlassen.
Die Auszahlung des Vermögens ist allerdings mit einem Hindernis verbunden: Um ihr Erbe antreten zu können, müssen sie zunächst nach Santiago de Compostela zum Grab des Apostels Jakobus pilgern, also einen Jakobsweg gehen.
Die drei sind entsetzt: Zum einen ist ihr Glaube nicht sonderlich ausgeprägt, zum anderen hassen sie die Wanderei, und darüber hinaus können sich die Geschwister auch untereinander nicht besonders leiden. Aber ihr Erbe antreten, dass wollen sie andererseits doch.
So schließen sich die drei notgedrungen einer Pilgergruppe an und merken schnell, das sie nicht die einzigen sind, die mehr oder weniger unfreiwillig auf dem Weg nach Santiago de Compostela sind: Da ist zum Beispiel der islam-gläubige Araber Said (Nicolas Cazale), der mit der Tour nur seine Angebete beeindrucken will. Im Schlepptau hat Said noch seinen kleinen und intellektuell etwas unterbelichteten Cousin Ramzi (Aymen Saidi), der sich ernstlich auf den Weg nach Mekka wähnt. Und auch der Leiter der Gruppe, Guy (Pascal Legitimus), hat ziemlich eigennützige Motive für die Pilgerfahrt.
Und so macht sich also eine höchst illustre Gesellschaft auf zum Grab des Jüngers Jakobus...
Die französische Regisseurin Coline Serreau hatte im Jahre 1985 mit der Komödie "Drei Männer und ein Baby" ihren bisher größten Erfolg, der sowohl für den Golden Globe als auch für den Oscar nominiert wurde. "St. Jacques... Pilgern auf Französisch" ist ihr erster Film nach einer mehr als zwanzigjährigen Pause.
Über die Dreharbeiten sagt sie: "Für die Suche nach geeigneten Location sind wir die Strecke abschnittsweise bis zu vier mal abgewandert. Es war kein Zuckerschlecken, passende Drehorte zu finden. Das Hauptproblem war das Licht. Eine Landschaft ist nur in einer gewissen Beleuchtungssituation schön. Das war schwierig zu bewerkstelligen, weil uns nur natürliches Licht zur Verfügung stand - und das lässt sich bekanntlich nicht steuern. Alles musste geplant sein, weil ein Ort vielleicht nur zwischen acht und elf Uhr der richtige war. Außerdem ändert sich die Sonneneinstrahlung das Jahr über. Wurde im Juni gescoutet, war beim Dreh im August das Licht schon wieder eine Nuance verschieden."

Für seine Rolle des Said wurde Nicolas Cazalé 2006 mit einem Cesar als bester Nachwuchsschauspieler ausgezeichnet.

Jakobus ("Jakobus der Ältere") war - wie sein Bruder Johannes - laut Neuem Testament einer der zwölf Apostel Jesu Christi. Sein Vater war der Binnenfischer Zebedäus.
Gemäß Apostelgeschichte (Apg 12,1f) wurde Jakobus von Herodes eigenhändig mit dem Schwert hingerichtet. Soweit dies historisch richtig ist, müsste sein Tod mit großer Wahrscheinlichkeit in den Zeitraum der Alleinherrschaft des Herodes Agrippa I über ganz Judää zwischen 41 und 44 n. Chr. gefallen sein. Eine Verfolgung der christlichen Urgemeinde als Ganzes in Jerusalem zu dieser Zeit (also bereits etwa 10 Jahre nach der Kreuzigung Christi) ist nicht nachweisbar, wohl aber die Verfolgung einzelner Repräsentanten.
Nach Legenden (frühestens ab etwa 300 n. Chr. belegbar) soll Jakobus vor seinem Tode in oder um Jerusalem einige Jahre lang in Spanien gewirkt haben. Nach seinem Tode hätten seine Anhänger seinen Leichnam auf ein Schiff verbracht, welches dann unbemannt über das Mittelmeer zurück nach Spanien getrieben sei, wo man ihm um 44 n. Chr. dann bestattet habe.
Die geschilderte Form der Bestattung ist mit einiger Sicherheit eine späte Ausschmückung der Jakobusgeschichte aus dem 7. oder 8. Jahrhundert. Ob Jakobus tatsächlich jemals in Spanien missionarisch tätig war, ist ebenfalls historisch zweifelhalft, aber letztendlich auch nicht auszuschließen - erste Christianisierungen noch im 1. nachchristlichen Jahrhundert hat es dort wohl tatsächlich gegeben.
Anfang des 9. Jahrh. wurde "sein" Grab unter Bischof Theodomir von Iria Flavia in Santiago de Compostela dann wiederentdeckt. In der Folgezeit wurde Jakobus zum (christlichen) Symbol in den Religionskriegen gegen die (isalmischen) Mauren um die Herrschaft auf der iberischen Halbinsel.
Seit den 1970er Jahren haben die Pilgerfahrten nach Santiago de Compostela stark zugenommen. Kamen um 1975 kaum 100 Pilger, waren es zehn Jahre später schon um 1.000 pro Jahr und seit Anfang des neuen Jahrtausends um die 100.000 Pilger jährlich.

Filmfundstück zum Schmunzeln


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